14November

Asterix - Die Tochter des Vercingetorix

Der Jubiläumsband - 60 Jahre Asterix, das 38. Abenteurer

„Wir befinden uns im Jahre 50 v. Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt ... Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.“

Generationen von Comiclesern ist dieser Prolog seit mittlerweile 60 Jahren ein Begriff, handelt es sich doch um den Beginn eines neuen Asterix-Albums. In einem Alter, in dem sich hierzulande so mancher schon aufs Altenteil begibt, starten der kleine Gallische Krieger Asterix und sein vollschlanker bester Freund Obelix erst so richtig durch. Wie im richtigen Leben haben sich beiden Gallier mit Ihren Abenteuern in mittlerweile 38 Bänden durch Höhen und Tiefen gekämpft. Die erste Folge von „Asterix der Gallier“ wurde am 29. Oktober im französischen Magazin „Pilote“ veröffentlicht, damals noch als Fortsetzungsgeschichte.

 

 

Cover-Bild: Egmont Ehapa Media,

Asterix® – Obelix® – Idefix ® / © 2019 Les Éditions Albert René / Goscinny – Uderzo

Das erste komplette Album erschien 1961 beim Dargaud-Verlag. Das geniale Autoren-Duo René Goscinny, der begnadete Texter und sein Partner Albert Uderzo, ein nicht minder begabter Zeichner haben zusammen 24 Bände verfasst. Nach dem viel zu frühen Tod von Goscinny im Jahr 1977 übernahm Uderzo auch die Textgestaltung und in dieser Zeit entstanden 10 weitere Bände, die im Vergleich zu den Gemeinschaftsproduktionen qualitativ deutlich hinter den Erwartungen der großen Fangemeinde blieben. Bestes Beispiel ist der Band 33 „Gallien in Gefahr“. Die Geschichte ist bei Fans der Asterix-Reihe umstritten, da sie wenig mit früheren Bänden gemein hat und sogar Außerirdische auftauchen. Kein Vergleich zu den Meilensteinen der 9. Kunst, wie Comics in Frankreich liebevoll genannt werden, wie z.B. Die goldene Sichel, Asterix und die Goten, Asterix als Gladiator, Tour de France, Asterix und Kleopatra, Der Kampf der Häuptlinge.

Neues, kreatives Leben wurde den beiden Helden und ihrem kleinen, unbeugsamen Dorf am 24. Oktober 2013 eingehaucht. Da erschien das Abenteuer Asterix bei den Pikten. Für Band 35 hat Albert Uderzo den Staffelstab an Texter Jean-Yves Ferri (* 20. April 1959) und Zeichner Didier Conrad (* 6. Mai 1959) übergeben.

Es ist erstaunlich wie gut sich Conrad mittlerweile in das zweifelsohne große Erbe von Uderzo eingearbeitet hat, seine Zeichnungen sind genauso atmosphärisch dicht und mit jenen liebevollen Details ausgestattet, die die große Qualität der Geschichten ausmachen. Wenn überhaupt sind die zeichnerischen Unterschiede bei Figuren zu erkennen, die neu in das gallische Universum eingeführt werden, hier reicht Conrad noch nicht ganz an die Klasse seines Vorgängers heran.

Jean-Yves Ferri ist mit seinen witzigen Texten, mit wohldosierten Zeitgeist-Zitaten und Verweisen auf bestem Wege, die Geschichten der beiden Publikumslieblinge wieder zu alter Stärke zurückzuführen.

Deutlich anzumerken ist den „neuen“ Abenteuern, dass jetzt wieder Text und Bild getrennt kreiert werden und somit beide Elemente wieder gleichwertig stark sind und die Geschichte vorantreiben.

Der 4. Band des Teams Conrad/Ferri, das 38. Album insgesamt ist wieder ein Highlight der Reihe, wenngleich die Grundidee des Bandes, eine Art „Coming-of-Age-Story“ schon in mehreren Bänden als roter Faden diente, z.B. in Asterix und die Normannen, Asterix in Spanien.

Nichts destotrotz: Für alle großen und kleinen Asterixfans ist der neue Band ein Muss und wir hatten viel Spaß beim Lesen, offenbart doch der neue Band ein gutgehütetes Geheimnis: Vercingetorix, der Häuptling aller gallischen Häuptlinge, hatte eine Tochter!
Das geheimnisvolle Mädchen kommt ins Dorf, begleitet von schwei (zwei) Arverner-Häuptlingen. Die Drei sind auf der Flucht vor Julius Cäsar und seinen Legionären, und das aus gutem Grund…soviel sei verraten: es gibt ein Wiedersehen mit vielen liebgewonnenen Figuren aus dem Asteriversum, die Story ist Klasse, alles wird wie immer gut und endet mit dem obligatorischen Festmahl – nur der arme Troubadix darf wieder einmal nicht singen!

Erschienen sind die neuen Abenteuer von Asterix im deutschsprachigen Raum bei Egmont Ehapa Media. Weiterführende Informationen gibt es auf der Website des Verlages:  www.egmont.de